AKM-Gebühren für Veranstaltungen in Österreich 2026 – der komplette Guide
Was kosten AKM-Gebühren bei Konzerten, Partys und Vereinsfesten? Wie meldest du dein Event an? Alles, was Veranstalter:innen in Österreich wissen müssen – mit kostenlosem Rechner.
AKM-Gebühren für Veranstaltungen in Österreich 2026 – der komplette Guide
Du planst ein Konzert, eine Party oder ein Vereinsfest – und dann taucht ein Begriff auf, der viele Veranstalter:innen in Österreich ins Grübeln bringt: die AKM-Gebühr. Was ist das genau? Wann muss ich zahlen? Wie viel? Und was passiert, wenn ich es vergesse?
Dieser Artikel beantwortet alle diese Fragen – Schritt für Schritt, ohne Fachjargon.
Was ist die AKM?
Die AKM (Autoren, Komponisten und Musikverleger) ist die österreichische Verwertungsgesellschaft für musikalische Urheberrechte. Sie kümmert sich darum, dass Komponist:innen, Textautor:innen und Musikverlage eine faire Vergütung erhalten, wenn ihre Werke öffentlich gespielt werden.
Wenn du bei deiner Veranstaltung Musik spielst – egal ob von einer Live-Band, einem DJ oder einer Playlist – nutzt du urheberrechtlich geschützte Werke. Das ist völlig legal, aber du musst dafür eine Lizenz bezahlen. Die AKM wickelt diese Lizenzgebühren zentral für alle Urheber:innen ab.
Das Prinzip ist einfach: Du meldest dein Event bei der AKM an, zahlst die Lizenzgebühr – und die AKM verteilt das Geld weiter an die Rechteinhaber:innen.
Wann muss ich AKM-Gebühren bezahlen?
Die Gebühr fällt immer dann an, wenn Musik bei einer öffentlichen Veranstaltung gespielt wird. Als öffentlich gilt eine Veranstaltung, wenn ein unbestimmter Personenkreis Zugang hat – das heißt, nicht nur Familienmitglieder oder ein klar abgegrenzter privater Kreis.
In der Praxis betrifft das:
- Konzerte mit Live-Bands oder Solokünstler:innen
- DJ-Events, Clubabende und Partys
- Vereinsfeste – auch wenn nur Mitglieder eingeladen sind, gilt das in der Regel als öffentlich
- Festivals mit mehreren Bühnen oder Tagen
- Kulturveranstaltungen, Lesungen mit Musikbegleitung, Theateraufführungen mit Musik
- Firmenfeiern und Betriebsveranstaltungen, sofern ein größerer Kreis eingeladen wird
Eine Faustformel: Wenn Fremde – also Personen, die du nicht persönlich kennst – Zutritt zur Veranstaltung haben, ist sie öffentlich und meldepflichtig.
Wie viel kostet die AKM-Gebühr?
Die Gebühr richtet sich nach dem angewandten Tarif, der Veranstaltungsart und deinen Bruttoeinnahmen aus dem Kartenverkauf. Die wichtigsten Tarife in der Übersicht:
| Veranstaltungstyp | AKM-Tarif | Richtwert | |---|---|---| | Konzert, Live-Musik | U-Ö | ~8 % der Bruttoeinnahmen | | Tanzveranstaltung, Live-Band | T-Ö | ~8 % der Bruttoeinnahmen | | Party, DJ-Event | T-Ö | ~6,5 % der Bruttoeinnahmen | | Vereinsveranstaltung | U-Ö (gemeinnützig) | ~5,5 % der Bruttoeinnahmen | | Festival (mehrtägig) | U-Ö | ~7,5 % pro Tag |
In jedem Fall gilt eine Mindestgebühr – unabhängig davon, wie hoch deine Einnahmen sind. Für kleine Events bedeutet das: Selbst wenn du wenig oder gar nichts einnimmst, zahlst du mindestens den Mindestbetrag des jeweiligen Tarifs.
Beispielrechnung: Du veranstaltest ein Konzert mit 200 Tickets à €20. Deine Bruttoeinnahmen betragen €4.000. Die AKM-Gebühr nach Tarif U-Ö (8 %) beläuft sich auf €320.
Willst du die genaue Gebühr für dein Event berechnen? Unser kostenloser AKM-Rechner macht das in Sekunden – du gibst einfach Veranstaltungsart, Ticketanzahl und Ticketpreis ein.
Schritt für Schritt: So meldest du dein Event bei der AKM an
1. Konto anlegen auf akm.at
Registriere dich einmalig als Veranstalter:in auf akm.at. Die Registrierung ist kostenlos und dauert wenige Minuten.
2. Voranmeldung (mindestens 14 Tage vor dem Event)
Melde dein Event über das Online-Portal an. Du gibst dabei folgende Angaben ein:
- Art der Veranstaltung (Konzert, Tanzveranstaltung, Festival …)
- Datum, Uhrzeit und Ort
- Geplante Besucherzahl
- Voraussichtliche Einnahmen aus dem Kartenverkauf
- Art der Musik (Live oder aufgezeichnet)
Die AKM erstellt daraufhin eine Vorausrechnung auf Basis deiner Schätzungen. Diese musst du vor dem Event bezahlen.
3. Event durchführen
Dein Event findet statt – alles läuft normal.
4. Nachmeldung (innerhalb von 14 Tagen nach dem Event)
Nach dem Event meldest du die tatsächlichen Einnahmen nach. Falls du weniger eingenommen hast als erwartet, erhältst du eine Gutschrift. Falls mehr, eine Nachzahlung.
Was passiert, wenn ich die AKM-Gebühr nicht bezahle?
Kurze Antwort: Es ist keine gute Idee, das zu ignorieren.
Die AKM hat das Recht, nicht gemeldete Veranstaltungen nachträglich in Rechnung zu stellen – oft mit einem Aufschlag von bis zu 100 %. Dazu kommen mögliche Mahngebühren und in hartnäckigen Fällen rechtliche Schritte.
Außerdem: Die AKM ist gut vernetzt. Konzertankündigungen in sozialen Medien, auf Plattformen wie Facebook oder Eventbrite sowie in lokalen Medien werden regelmäßig gescreent. Wer ein Event öffentlich bewirbt, aber nicht meldet, fällt früher oder später auf.
Der Aufwand, ein Event anzumelden, ist gering. Die Kosten, wenn man es nicht tut, können erheblich sein.
AKM und LSG: Was ist der Unterschied?
Neben der AKM gibt es in Österreich noch die LSG (Wahrnehmung von Leistungsschutzrechten). Die LSG vertritt ausübende Künstler:innen und Tonträgerhersteller – ähnlich wie in Deutschland die GVL neben der GEMA.
Die Faustregel:
- Live-Konzert: In der Regel nur AKM-Gebühren relevant
- DJ-Event oder aufgezeichnete Musik: AKM + LSG-Gebühren können anfallen
Wenn bei deiner Veranstaltung Tonträger (also Aufnahmen, keine Live-Musiker) gespielt werden, solltest du prüfen, ob auch eine LSG-Meldung erforderlich ist. Informationen dazu findest du auf lsg.at.
Du veranstaltest in Deutschland? Dann gilt die GEMA
Wenn dein Event in Deutschland stattfindet, ist nicht die AKM, sondern die GEMA (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte) zuständig. Bei DJ-Events kommen dann zusätzlich GVL-Gebühren (Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten) hinzu.
Die Tarife unterscheiden sich leicht: GEMA-Gebühren für Live-Konzerte liegen bei rund 10 % der Bruttoeinnahmen (gegenüber ~8 % bei der AKM in Österreich).
Für Deutschland haben wir ebenfalls einen kostenlosen Rechner: GEMA & GVL Rechner
AKM-Gebühren und deine Ticketpreise
Viele Veranstalter:innen fragen sich: Soll ich die AKM-Gebühr in den Ticketpreis einkalkulieren oder getrennt ausweisen?
Die Antwort: Einkalkulieren ist die üblichere Praxis. Du berechnest vorab, wie hoch deine AKM-Kosten voraussichtlich sein werden, und schlägst diesen Betrag auf deine sonstigen Eventkosten auf. Dann setzt du einen Ticketpreis, der alle Kosten – einschließlich AKM, Location, Technik, Artist-Fee – abdeckt.
Beispiel:
- 200 Tickets à €22 = Bruttoeinnahmen €4.400
- AKM (8 %): ca. €352
- Location, Technik, Artist: €2.800
- Netto für dich: €1.248
Der AKM-Rechner hilft dir genau dabei – du siehst sofort, wie sich verschiedene Ticketpreise und Besucherzahlen auf die Gebühr auswirken.
Und die Ticketing-Plattform?
Die AKM-Gebühr ist eine der unvermeidlichen Kosten jeder Veranstaltung. Umso wichtiger ist es, bei anderen Kostenpunkten zu sparen – zum Beispiel bei der Ticketing-Plattform.
Während Eventbrite je nach Tarif 5,5 % bis 5,5 % + €0,99 deiner Ticketeinnahmen als Gebühr nimmt, kostet TCKTNEST pauschal 3,7 % + €0,20 pro Ticket (mindestens €0,40) – Zahlungsabwicklung inklusive, ohne Monatsgebühr, mit direkter Auszahlung auf dein Konto.
Bei 200 Tickets à €22 bedeutet das:
| Plattform | Gebühr | Kosten | |---|---|---| | Eventbrite Essentials (5,5 %) | 5,5 % | €242 | | Eventbrite Professional (5,5 % + €0,99) | 10,0 % | €440 | | TCKTNEST (3,7 % + €0,20) | 4,6 % | €202,80 |
Alle Angaben laut öffentlichen Preisseiten der Anbieter, Stand 16.07.2026, ohne Gewähr.
Gegenüber Eventbrite Professional sparst du in diesem Beispiel rund €237 – das könnte die AKM-Gebühr aus dem Rechenbeispiel oben fast vollständig finanzieren.
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Zusammenfassung
- AKM-Gebühren fallen bei jeder öffentlichen Veranstaltung mit Musik in Österreich an
- Die Höhe richtet sich nach Veranstaltungsart und Bruttoeinnahmen (ca. 5,5–8 %)
- Anmeldung mindestens 14 Tage vor dem Event über akm.at
- Nachmeldung der tatsächlichen Einnahmen innerhalb von 14 Tagen nach dem Event
- Nicht gemeldete Events können mit Aufschlag nachverrechnet werden
- Bei DJ-Events: auch LSG-Gebühren prüfen
- Bei Events in Deutschland: GEMA + GVL relevant
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