Mehrwertsteuer beim Ticketverkauf: Österreich, Deutschland, Schweiz im Überblick
Welcher MwSt-Satz gilt für dein Event in Österreich, Deutschland oder der Schweiz? Und wie stellst du ihn korrekt ein? Ein praktischer Überblick für Veranstalter:innen.
Mehrwertsteuer beim Ticketverkauf: Österreich, Deutschland, Schweiz im Überblick
"Setze ich jetzt 20 % oder 13 % an?" – diese Frage kommt bei so gut wie jedem Event auf, sobald der Ticketpreis feststeht. Die Mehrwertsteuer (in Deutschland und der Schweiz auch Umsatzsteuer bzw. MWST genannt) ist einer der Punkte, bei denen sich viele Veranstalter:innen unsicher fühlen – zu Recht, denn die Sätze unterscheiden sich je nach Land, je nach Art der Veranstaltung, und dazu kommt noch die Frage, ob der angezeigte Preis überhaupt schon die Steuer enthält.
Dieser Artikel gibt dir einen praktischen Überblick über die Grundlagen in Österreich, Deutschland und der Schweiz, zeigt, wie du den Steuersatz pro Event in TCKTNEST einstellst, und erklärt den Unterschied zwischen Brutto- und Nettopreisanzeige. Wichtig vorweg: Das hier ist eine allgemeine Einführung, keine Steuerberatung. Für deinen konkreten Fall – insbesondere bei der Frage, ob dein Event unter einen ermäßigten Satz fällt – solltest du immer eine:n Steuerberater:in konsultieren.
Grundlagen: Warum überhaupt Mehrwertsteuer auf Tickets?
Der Verkauf eines Tickets ist umsatzsteuerlich eine Dienstleistung – du verkaufst das Recht auf Zutritt zu einer Veranstaltung. Wie bei jeder anderen Dienstleistung fällt darauf in Österreich, Deutschland und der Schweiz grundsätzlich Mehrwertsteuer an, die du als Veranstalter:in an das Finanzamt (bzw. in der Schweiz an die Eidgenössische Steuerverwaltung) abführst.
Eine Ausnahme gibt es für Kleinunternehmer:innen bzw. Vereine, die unterhalb bestimmter Umsatzgrenzen von der Umsatzsteuer befreit sind – dann wird auf dem Ticket gar keine Mehrwertsteuer ausgewiesen. Ob das auf dich zutrifft und wo die aktuellen Grenzen liegen, ist wieder eine Frage für deine Steuerberatung, weil sich diese Schwellenwerte ändern können und von deiner Rechtsform abhängen.
Für alle anderen gilt: Der Steuersatz muss korrekt gewählt und im Ticketpreis berücksichtigt werden, bevor du überhaupt den ersten Ticketlink verschickst.
Die Steuersätze im DACH-Raum
Die drei Länder haben unterschiedliche Standardsätze – und alle drei kennen zusätzlich einen ermäßigten Satz, der unter bestimmten Voraussetzungen für kulturelle Veranstaltungen gelten kann:
| Land | Standardsatz | Ermäßigter Satz (kulturell) | |---|---|---| | Österreich | 20 % | 13 % | | Deutschland | 19 % | 7 % | | Schweiz | 7,7 % | – |
Ob der ermäßigte Satz für dein konkretes Event greift, hängt von der genauen Einordnung ab – Konzerte, Theateraufführungen und bestimmte andere kulturelle Darbietungen fallen in Österreich und Deutschland unter Umständen unter den reduzierten Satz, während z. B. reine Partyveranstaltungen oder DJ-Events in der Regel dem Standardsatz unterliegen. Diese Abgrenzung ist im Detail komplex und ändert sich auch mal durch neue Erlässe oder Urteile. Verlass dich hier nicht auf eine Faustregel aus dem Internet, sondern kläre die Einordnung für dein Event einmal verbindlich mit deiner Steuerberatung – danach weißt du es für alle folgenden Events derselben Art.
Wie du den Steuersatz pro Event einstellst
In TCKTNEST ist der Steuersatz keine globale Einstellung, sondern eine Eigenschaft jedes einzelnen Events. Das ist wichtig, weil du als Veranstalter:in im Lauf eines Jahres durchaus unterschiedliche Veranstaltungsarten machen kannst – ein Konzert mit ermäßigtem Satz, eine Clubnacht mit Standardsatz, vielleicht sogar ein kostenloses Charity-Event ganz ohne Ticketpreis.
Beim Anlegen oder Bearbeiten eines Events findest du bei den Preis-Einstellungen zwei Felder, die zusammengehören:
- Den Steuersatz – du trägst den für dein Event zutreffenden Prozentsatz ein (z. B. 20 %, 13 %, 19 %, 7 % oder 7,7 %, je nach Land und Einordnung).
- Ob der eingegebene Ticketpreis brutto oder netto ist – dazu gleich mehr im nächsten Abschnitt.
Weil beides pro Event gesetzt wird, kannst du problemlos mehrere Events mit unterschiedlichen Steuersätzen parallel laufen haben, ohne dass sich die Einstellungen gegenseitig beeinflussen. Und weil du der Ticketpreise ohnehin pro Event festlegst, ist die Steuersatz-Einstellung an genau der Stelle, an der du sowieso schon bist, wenn du ein Event einrichtest.
Brutto vs. Netto: Der Unterschied, der oft übersehen wird
Hier passiert der häufigste Fehler: Veranstalter:innen tragen einen Preis ein, ohne zu wissen, ob dieser Preis die Mehrwertsteuer schon enthält (brutto) oder nicht (netto) – und wundern sich dann, warum der angezeigte Endpreis im Checkout nicht dem entspricht, was sie sich vorgestellt haben.
Bruttopreis: Der Preis, den der Kunde tatsächlich bezahlt, inklusive Mehrwertsteuer. Das ist der Preis, den du in Österreich und Deutschland gegenüber Endkund:innen ohnehin ausweisen musst – Konsument:innen dürfen laut Preisauszeichnungsrecht nur den tatsächlich zu zahlenden Endpreis sehen, nicht einen Nettopreis plus Steuer als separate Rechenaufgabe.
Nettopreis: Der Preis ohne Mehrwertsteuer – die Steuer wird erst danach draufgerechnet. Das ist die Basis, auf der die Steuer überhaupt berechnet wird, und die Zahl, die am Ende in deiner Buchhaltung als Umsatz vor Steuer auftaucht.
Der Zusammenhang zwischen beiden ist simpel:
Bruttopreis = Nettopreis × (1 + Steuersatz)
Ein Rechenbeispiel mit dem österreichischen Standardsatz von 20 %:
- Du willst netto €25 pro Ticket einnehmen.
- Bruttopreis = 25 × 1,20 = €30
- Die Mehrwertsteuer auf diesem Ticket beträgt €5, die du ans Finanzamt abführst.
Wenn du hingegen mit dem ermäßigten Satz von 13 % kalkulierst:
- Netto €25, Bruttopreis = 25 × 1,13 = €28,25
- Mehrwertsteuer: €3,25
Der Unterschied von gut €1,75 pro Ticket zwischen Standard- und ermäßigtem Satz mag klein wirken – bei 300 verkauften Tickets sind das schon über €500 Unterschied, je nachdem, ob du den Bruttopreis fix hältst (dann bleibt dir bei niedrigerem Steuersatz mehr netto) oder den Nettopreis fix hältst (dann wird das Ticket für Käufer:innen günstiger).
Die praktische Konsequenz: Wenn du in TCKTNEST einen Preis einträgst und dabei "brutto" wählst, ist das exakt der Betrag, den die Käufer:innen beim Checkout sehen und zahlen – die Mehrwertsteuer ist rechnerisch bereits enthalten. Wählst du "netto", wird die Steuer beim angezeigten Preis noch dazugerechnet. Für die allermeisten Ticketverkäufe an Endkund:innen ist die Bruttopreis-Anzeige die richtige Wahl, weil sie dem entspricht, was Käufer:innen ohnehin erwarten: ein Preis, der so bleibt, wie er angezeigt wird.
Was du in der Schweiz beachten solltest
Die Schweiz kennt aktuell nur den einen Satz von 7,7 % ohne separaten reduzierten Kultursatz für Tickets (die Schweizer MWST hat zwar einen reduzierten Satz für bestimmte Güter, aber Ticketverkäufe für Veranstaltungen fallen in der Regel unter den Normalsatz). Wenn du sowohl in der Schweiz als auch in Österreich oder Deutschland Events veranstaltest, denk daran: Der Steuersatz richtet sich nach dem Land, in dem die Veranstaltung stattfindet – nicht nach deinem Firmensitz. Auch das ist im Detail von deiner konkreten Konstellation abhängig und sollte im Zweifel mit deiner Steuerberatung abgeklärt werden, besonders wenn du grenzüberschreitend tätig bist.
Typische Fehler beim Steuersatz
- Falscher Satz durch Copy-Paste: Der Steuersatz vom letzten Event wird einfach übernommen, ohne zu prüfen, ob die neue Veranstaltung überhaupt derselben Kategorie entspricht.
- Brutto/Netto verwechselt: Der eingetragene Preis wird als Nettopreis behandelt, obwohl er eigentlich der gewünschte Endpreis (brutto) war – Ergebnis: Der Checkout-Preis weicht von der eigenen Kalkulation ab.
- Ermäßigten Satz "auf gut Glück" angesetzt: Der reduzierte Satz wird angenommen, weil "es ja irgendwie kulturell ist", ohne dass das im Einzelfall geprüft wurde. Bei einer Steuerprüfung ist das ein Risiko, das sich mit einer kurzen Abklärung vorab leicht vermeiden lässt.
- Steuersatz erst nach dem ersten Verkauf gesetzt: Der Steuersatz sollte feststehen, bevor der erste Ticketlink öffentlich ist – eine nachträgliche Änderung bei bereits verkauften Tickets ist unnötig kompliziert.
Fazit
Die Mehrwertsteuer beim Ticketverkauf lässt sich auf drei Fragen herunterbrechen: Welcher Satz gilt in meinem Land für diese Art von Veranstaltung, trage ich einen Brutto- oder Nettopreis ein, und passt das Ergebnis zu meiner Kalkulation? In TCKTNEST stellst du beides – Steuersatz und Brutto/Netto – direkt bei den Preis-Einstellungen jedes einzelnen Events ein, sodass du für jede Veranstaltung unabhängig die richtige Wahl treffen kannst.
Was diese Einstellung im Detail für dein konkretes Event bedeutet – insbesondere ob der ermäßigte Satz für dich infrage kommt und wie es mit einer möglichen Kleinunternehmer-Regelung aussieht – ist eine Frage, die eine Steuerberatung im Einzelfall beantworten sollte. Dieser Artikel ersetzt keine steuerliche Beratung, sondern hilft dir dabei, die richtigen Fragen mitzubringen.
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